Jesus, Dornröschen und der kleine Pieks
      
 

 

Als Kinder haben meine Schwester und ich öfters bei unseren Großeltern übernachtet.

Das Schlafzimmerfenster lag nach Osten raus zum Garten, in dem viele Blumen wuchsen und Gemüse und wenn morgens das erste Licht der Sonne auf den Tau schien, glitzerte alles und manchmal gab es einen weichen Nebel.

Im Schlafzimmer duftete es oft nach Gras und Erde und im Frühling und Sommer auch nach Blumen. Manchmal schwebten, wenn wir Abends zu Bett gingen, auch kleine Pollen von den Bäumen des nahen Waldes durchs offene Fenster ins Zimmer, wie kleine Engel, so wie heute auch in meinem Schlafzimmer. Es sind aber auch Engelchen, die ein bisschen aussehen, wie kleine Pollen.

 

Im Schlafzimmer unserer Großeltern gab es eine kleine Schnitzfigur der heiligen Maria aus Lourdes, etwa so groß wie ein Handteller. Zu ihren Füßen wand sich ein kleiner Rosenbusch. Sie lächelte und ihre Hände lagen aufrecht gegeneinander gefaltet vor ihrem Herzen und sahen aus, wie eine Knospe kurz vor'm Öffnen.

An der Wand hing ein kleiner Jesus am Kreuz. Er hatte die Arme ganz weit ausgebreitet und Nägelchen in seinen Händen und Füßen. Eine Dornenkrone war auf seinem Kopf. Er lächelte nicht. Sein Kopf hing leicht zur Seite und er wirkte, wie schlafend. Aber wenn ich ihn anschaute, kniff er mir ein Äugchen und seine weiten Arme, ein Willkommensgruß!

Ich hörte dann oft einen Satz in mir, als flüsterte Jesus mir was zu, ganz leise, nämlich: „Alles ist gut!“

 

So sangen wir vor dem Schlafengehen zusammen noch ein Lied. Und dann las unsere Oma uns eine Geschichte vor, zum Beispiel das vom Dornröschen aus der Sammlung der Brüder Grimm.

Wir hörten zu und lagen eingemummelt ins große Plumeau, dessen Faltenwürfe und Bauschigkeit mich manchmal an ein ganzes Reich erinnerten, mein ganz eigenes, mit Gipfeln, über die ich mit meinen Händen strich, wie ein milder Wind, mit Hügeln und Tälern, in denen Bäche flossen.

Und dann, so wie gegen Ende des Märchens der Prinz dem schlafenden Dornröschen, gab uns unsere Oma, einen Gute Nacht-Kuss auf die Stirn und sagte: „So, ihr blonden Engelchen, alles ist gut! Schlaft schön!“

Dann tippte sie auf den Knopf der Lampe vom Nachttisch. Es machte Klick und alles war dunkel. Nur in den Sommermonaten schimmerte manchmal noch ein kleiner Rest Tageslicht durch die Jalousien.

 

Manchmal hatte ich das Gefühl, das Küsschen auf die Stirn war wie ein stilles Zeichen, als leuchtete ich, und auch die anderen Menschen, immer schon, innig, wie eine Lampe, bloß viel heller und weiter und immer wieder anders.

Der Kuss von Oma oder wenn sie mir über den Kopf streichelte, war einfach nur eine Erinnerung an das Licht und diese urstämmige Empfindung, in der ich wurzle, auch wenn's mir manchen Phasen vielleicht nicht immer ganz bewusst war, doch dann halfen mir diese Phasen dieses Strahlen immer klarer zu erkennen, so eine Freude, bei allem was ist:

Es ist da! Ich bin da! Alles ist gut!

*

 

Ein Anagramm des Wörtchens „Ampel“ ist „Lampe“. Beide Worte sind auch in ihrer Bedeutung miteinander verwandt.

Das Wort „Ampel“ stammt vom Lateinischen "ampulla", den Ölfäßchen, deren Inhalt vor allem der Weihe diente. Das Fäßchen verwahrt das Salböl und weist wortwörtlich auf das Merkmal des Christus Selbst, wie das griechische „christos“, der Gesalbte. Das Öl, als Zeichen, ist unsichtbar. Es ist vielmehr eine Auszeichnung innerhalb der eigenen Sphäre, wie eine Urkunde, die verinnerlicht tatsächlich vom Ursprung kündet. Mit dieser Kunde gehen Sprechen und Lauschen in Eins. Das Wort wird Fleisch hier, brauch keine Rituale mehr, keine Räume, es selbst ist der Ort, aus dem ein ganzes Reich der Fülle an Gestaltung wächst.

 

Ab dem Mittelalter ist Ampulla auch Begriff für das "Ewige Licht", das als Öllämpchen in Kirchen leuchtet.

Diese Information schwingt etwa mit dem Begriff einer „Ampel-Koalition“, wie sich die drei aktuellen Regierungsparteien einer demokratischen Gesellschaft in Deutschland nennen.

Und die Info erweitert sich mit ihren Zahlenwerten, die sich in den Abkürzungen der Parteinamen mit folgender Perspektive zeigen:

 

SPD, Zahlenwert: 39 = 3x13

FDP, Zahlenwert: 26 = 2x13

GRUEN, Zahlenwert: 65 = 5x13

/// Zusammen also: 130 = 10x13

Verinnerlicht weist diese Botschaft wortwörtlich auf mein inneres Licht, das sich mit den beiden Monaten November (11) und Dezember (12) die Energie des Jahres 2021 vollendet und mir vollkommen offenbart als das Geschenk vom „Aufgang der inneren Sonne“, so wie die Ontologische Mathematik diesen Prozess so treffend nennt. Schwingt dieses Licht für sich schon gewaltig und hochdynamisch, lässt die Präsenz ihrer Fülle am inneren Himmel ein ganz neues Reich erwachen. Sie ist wie der Kuss des Prinzen in Dornröschen, die somit erwachsen aus dem Turmstübchen in ihr neu erwachendes Reich hinabsteigt, um die Königshochzeit zu feiern.

So führt mich dieses zur Ganzheit aufgehende, strahlende Licht der Selbst-Erkenntnis (1+3=4) im eigenen Innersten durch den Winter ins Neujahr 2022 (2+2=4).

Damit brechen in meiner Welt die Herrschaftszeiten der 13 an, deren Energie das innere Licht selbst ist, das wie ein innerer Booster für inneres Wachstum wirkt, das heißt, keine Schutzimpfung, um eine alte Öffentlichkeit zu bespielen, sondern Grenzüberschreitung, um sich selbst im offenen Licht zu begegnen und mit ihm zu öffnen. So ist mit Blick auf den Klimawandel und die Pandemie für mich nicht fünf vor oder nach 12, sondern jetzt schlägt's 13. So klingen diese Glockenschlägen aus einem gewaltigen Urwerk mit den göttlichen Wogen in die Weite der Welt hinaus und bewirken das, was es meint, nämlich Ausgewogenheit.

*

 

Darum ist die Koalition, deren Regierungszeit nun für mich anbricht, die Einung in mir, meine Menschlichkeit, jene lebendige Schattierung, die mit dem inneren Licht meiner Göttlichkeit hell und ausstrahlt. So öffnet sich die Dunkelheit dem Licht und das Licht der Dunkelheit und ganz neue Farben werden lebendig und sichtbar, ähnlich wie beim Blick in eine dichte Wolkendecke oder ins Blau des Himmels, in dem bei längerer Betrachtung Farben sichtbar werden können. Keine Farbe ist hierbei mehr und weniger Machtvoll, als eine Andere. Sie wirken gemeinsam.

Jegliche Maßnahmen und Überlegungen mit Blick auf Überlebens- oder Optimierungsstrategien ausschließlich körperhafter Existen erfahren durch dieses Licht des alleinenden Prinzips vollkommenen, gewaltigen Wandel und lassen mich Selbst die Kraft der universellen Welle erleben, die mich wie ein wiegender Strom belebt, die funkensprühende Durchbrüche bewirkt, an der kein Weg vorbei führt, weil sie selbst den Weg ebnet.

 

Das heißt zum Beispiel: Ich bin das bin ich! Ich bin Sebastian! Darum kann mir niemand im Außen sagen, wer ich bin. Darum kann ich mich keinen Regeln mehr unterwerfen, weil meine Verfassung des alleinigen Schöpferprinzips alles regelt, ebenso wie es sich über die Zahlen 1 bis 10 ausdrückt, ganz schlicht und verständlich.

 

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Auf dieser „Vereinigung“ (lat.: „coalitio“) baut meine Herrschaft auf. Sie ist die Regel, an der ich mich aus- und aufrichte, ein inniges Gesetz, das den Urgrund von mir als göttlichen Menschen in seinem Selbstbewusstsein aufspannt, keine vorgesetzte Regel. Alles regelt sich im Betrachten und Begleiten dieses Prozesses von selbst hier. Alles ist gut!

Ich bin kein Bürger. Bürger sind Leute, die eine Burg schützen. Aber ich bin selbst die Burg, hier, auf der Erde schönen Erde. Und die Burg in all ihrer Fülle und Weite und Größe ist die Seelenmacht. So finde ich Halt in mir mit jedem meiner nächsten Schritte ins Neue, ins Unerfahrene, ins Ungedachte, ins Unerhörte.

 

Mein inneres Licht, das ist die schöpferische Liebesmacht, die mich wach küsst und durch mich wirkt, „unendlich mehr“, als ich bisher gewohnt war. Es ist das Licht in Pflicht, mein Innerstes, das ich leuchten lasse, dem ich folge, weil es einfach mein nächster Schritt ist, der Schritt, der folgt.

Damit ist die Nachricht von einer „Impfpflicht“ tatsächlich eine fröhliche Botschaft und im Sinne der Botschaft, die mir die Ontologische Mathematik geschenkt hat, ist so betrachtet auch klar, dass es auf „1G“ hinausläuft:

„Ich bin einfach göttlich!“

 

Und auch das Wort „Impfpflicht“ zu betrachten macht gewaltige Freude und erinnert mit seinem Zahlenwert daran, das 3 Dimensionale-Strukturen mit ihrem Prinzip der Ausschließlichkeit, auch schlicht zerfallen, wenn ich sie als Mensch durch göttliche Augen betrachte:

 

IM 22 PF 22 PF 22 / 3 x 22 = 66 Potential: 2211

LICHT 52

Das doppelte „Pfpf“ zwischen „Im...Licht“ klingt hierbei, wie das Geräusch, wenn ein Feuerwerk, nachdem es hochgegangen ist in seine bunten Fünkchen zerspringt, oder wie zwei Salutschüsse, vielleicht die beiden letzten, die zur Begrüßung des neugeborenen Königskindlein abgefeuert werden. Und dann ist es ganz da und wach und still, das Kindlein, um ganz in seinem Licht weiter zu wachsen, ins Weite, um sich voller Freude selbst krönen zu lassen, weil es ja ein Königskind ist.

Vor diesem Hintergrund ist die Doppeldeutigkeit des Wörtchens „Impfpflicht“ mit seiner Wirkmacht ja ganz angemessen und dem Zeitgeist im Übergang vom 7. Schöpfungsdreiklang (19 – 20 – 21) in den 8. (22 – 23 – 24) entsprechend.

Der Konnex der 22, als Meisterin der Weisheit und Liebe, zusammen mit der Zahl 3, als schöpferische Lebensintelligenz, fundiert in diesem Feld das schöpferische Selbst-Bewusstsein mit der Energie des Auftakts für ein neues Werk, wie in der Musik, auf 1 und 2 und 3: Licht 52 + Liebe 33 + Leben 38 = 123.

Interessant ist in diesem Zusammenhang auch die Erinnerung ans Auferstehungsgeschehen bei Golgota, denn im gregorianischen Kalender ist der 22.3. der frühst mögliche Termin für Ostern, und das Fest der Auferstehung nach den 3 Tagen in der Grabhöhle.

 

*

 

„Ihr seid das Licht der Welt“, sagt Jesus, etwa bei Matthäus 5,14. Das ist keine Pflicht, kein Müssen oder Sollen, auch kein Dürfen, sondern er hat es seinen Freunden gesagt, weil er sich und sie so gesehen hat und dass im eigenen Licht die lebendige Liebesmacht strahlt. Jesus, als der 13. inmitten der 12 Jünger, erzählt damit auch von einem Machtwechsel mit gewaltigen Auswirkungen, der dem Wesen der 13, als Befreiungsmacht aus den gewohnten 12er-Zyklen, entspricht. Sie überschreitet Grenzen. Insofern stehen Freitage an einem 13. tatsächlich für Be-frei-ung und nicht für Pech und Unglück.

Jesus ist derjenige, der mit seinem Erscheinen einen entscheidenden Impuls schenkte für das Göttliche im Menschen. Es ist kein hierarchisches Prinzip, das hier herrscht, sondern liebevolle Gleichgültigkeit und Einung und ein Bewusstsein für den eigenen Entwicklungsweg, dass sich diese Alleinigkeit erst durch die Erfahrung der Spaltung von diesem Ausgangspunkt her erleben lässt.

Die 13. Fee in Dornröschen, die Unerwünschte, die Unerhörte, ist ähnlich wie Jesus diejenige, die einen Reifeprozess in Gang setzt. Der Spalt, den sie setzt, öffnet eine Art Geburtskanal, durch den die Prinzessin zur Königin erwachen wird. Sie ist die Schicksalsfee, die nicht mehr für's Überleben zuständig ist, sondern durch ihren Todesfluch den Weg ebnet für eine neue, erwachsene Lebendigkeit.

Während die anderen Feen Dinge schenken, wie Schönheit, Tugend, Reichtum und „was auf der Welt zu wünschen ist“, so ist der Fluch im Märchen tatsächlich ein Geschenk, wie's sich gar nicht wünschen lässt; das Geschenk der Selbst-Bewusstwerdung, die zur Eigenmacht führt und zum Begriff selbst das Geschenk zu sein und sich mit allem was in der eigenen Welt ganz neu erwacht, daran zu erfreuen.

Eine Welt, in der alles schön und tugendhaft war, mit all ihren gewünschten Reichtümern muss daher erstmal zur Ruhe kommen oder zur Ruhe gebracht werden. Es ist der Wirbel der 13, der dafür sorgt.

So sagt die 13. Fee bei der Tauffeier von Dornröschen bekanntlich, dass die Königstochter sich an ihrem fünfzehnten Geburtstag an einer Spindel stechen soll und tot hinfallen.

 

Dabei bleibt es aber nicht, weil die zwölfte Fee, die sozusagen von der 13 übersprungen wurde, auch noch ein Geschenk hat und sagt: „Es soll aber kein Tod sein, sondern ein hundertjähriger tiefer Schlaf, in welchen die Königstochter fällt.“ Dieser Schritt von der 13 zurück zur 12 ist gleichsam die Versöhnung mit dem, was bisher war, damit wird die 13 in die Schöpfung von Raum und Zeit eingebunden und knackt den vermeintlichen Kreislauf der Wiederholung, als Spirale, die auf eine weitere Ebene führt, nicht bloß im Sinne eines nächsten Schritts, sondern weiter, wirkliche Weite, alle Richtungen.

Sich in dieser Zeit nicht mehr an Regeln zu halten, das deutliche Gefühl, dass sie für einen persönlich gar nicht mehr gelten, drückt sich dann nicht mehr in einer Gegnerschaft aus, sondern in der Hingabe an diesem Geburtsvorgang der eigenen Weltmacht.

 

Es ist also ein Stich an der Spindel, die sich wie eine Spirale im Spinnrad dreht und den Faden trägt, ein kleiner Pieks, der das gesamte Königreich vorübergehend zum Erliegen bringt.

Und es ist das Zusammenwirken der beiden Feen, der 12 und der 13, ein neues Webmuster, in dem sich die Gegensätze vereinen, die Entwicklung der Königstochter zur Königin bewegt.

In Analogie zum aktuellen Pandemiegeschehen, ist es auch hier ein kleiner Pieks. Dieser kleine Pieks ist dabei vor allem Ausdruck für den Höhepunkt einer Bewusstseinsentwicklungsphase, ein kleiner Pieks als dickes Ende sozusagen. Und genau so klingt es ja auch im englischen „Peaks“, das im Deutschen entsprechend „Gipfel“ und „Höhepunkt“ bedeutet.

Es ist also geschafft, die schweren Zeiten sind vorbei, jetzt gehe ich unter, tauche ein in eine neue Welt, herunter vom „Gipfel des Erfolgs“, getragen von den Engeln und der Stille. So offenbart sich in aller Ruhe durch die Wahrnehmung der Vollendung das Vollkommene.

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Dieser Prozess ist kein öffentlicher Akt. Es ist die Selbst-Begegnung mit dem offenen Licht, im Stillen, während 3 Tagen in einer Grabhöhle am Fuße von Golgotha, während 100 Jahre in einem kleinen Stübchen mit Spinnrad in einem Schloss, und jetzt - jetzt und hier, im Alltag der eigenen Lebenswirklichkeit, erfahrbar für die Auferstehenden selbst, auf ureigene Weise.

Die Freude an diesem Prozess empfinde ich als eine, die alles überragt, so wie eine kleine Maria, mit einem groooßen Herzen.

Immer lächelt sie mild, egal, was sie sieht. Es ist ein sichtbares und unsichtbares Lächeln, so wie das Öl auf der Stirn Jesu, wie ein Kuss auf der Stirn von Dornröschen.

Die Salbung, der Kuss, es sind Beides Akte der Liebe, der Liebenden, in der bewussten Begegnung des eigenen Selbst, ein inniger Kuss auf die Stirn, das Erwachen des Sterns, die Weihe der ureigenen Seelenmacht.

 

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Der Gipfel des Erfolgs ist also immer auch der Kipppunkt, der die Auflösung und den Abstieg einleitet. Er ähnelt damit dem „Berg der Versuchung“, jene öde Gebirgsgegend im Westjordanland, in die sich Jesus nach seiner Taufe 40 Tage und Nächte lang zurückzog, um schließlich dem Teufel zu widerstehen, dreimal. Schon beim Abstieg, so erzählt es das 4. Kapitel des Evangelisten Matthäus, begegnet Jesus den ersten der Zwölf Apostel, deren Kreis er als Dreizehnter wesentlich erweitern wird.

Und so wie in Dornröschen wird auch die Erzählung von der Versuchung Jesu zu Beginn des Kapitels, entsprechend dem energetischen Wirkfeld der 13 durch eine Begegnung mit dem scheinbar Bösen dynamisiert.

 

Der Leser, der das Erzählte innerlicht, wird bei Matthäus, wie auch in Dornröschen, auf den ersten Blick sozusagen selbst versucht, nämlich das Böse als ausschließliche Kraft zu verstehen, als etwas außerhalb der eigenen Sphäre, das tötet. So sagt Jesus selbst nach den drei Versuchungen, als letzte Anrede an den Teufel: „Weg mit Dir, Satan!“ Dann verlässt der Teufel Jesus und die Engel kommen und dienen ihm.

Auf den ersten Blick scheint es so, dass Jesus mit dieser Anrede den Teufel fortjagen oder bändigen würde.

Doch enthält dieses Sätzchen „Weg mit Dir!, Satan“ gleichsam das Verständnis und die Versöhnung, welche die Vereinigung der Gegensätze im Innersten des eigenen Wesens bewirkt. Es ist nicht einfach das Verscheuchen des Unliebsamen, sondern die Integration von einer wesentlichen Selbst-Erkenntnis des Leibhaftigen, im wahrsten Wortsinn, ein radikaler Wandel. Und Radikalität ist hier voll angebracht, denn das Wort stammt vom altgermanischen „radix“, der Urwurzel. Und so lässt sich letztlich alles Katastrophische, auch jene Affinität im eigenen Bewusstsein, als das verstehen, was es meint, nämlich „kata-“, griechisches Präffix für „hinab“, „herunter“, der Wendepunkt nach dem Höhepunkt, der hinabführt, wie ein Sog, als Eingehen ins Ureigene.

Darum schickt Jesus den Teufel auch nicht einfach weg, nachdem er ihn ein drittes Mal versucht.

„Weg mit Dir, Satan!“, das heißt nämlich auch: Für den „Weg mit Dir“, danke Satan! Jetzt ist unser Weg zu Ende! Du bist am Ende! Jetzt ist Schluss! Merci und Tschüssi!

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Der Teufel, der Satan, die 13. Fee, sie sind Ausdrücke der Widerspruchsnatur. Und damit sind sie Teil einer wesentlichen Wegmarke der Bewusstwerdung des Schöpfers Selbst. Im ersten Vers der Versuchung bei Matthäus heißt es ja auch: „Jesus wurde vom Geist Gottes in die Wüste geführt, damit er von dem Teufel versucht werden würde.“ Es ist nicht der Teufel, der Jesus in die Wüste führt, sondern das Göttliche Selbst, das diese Versuchung bewirkt, um diesen Kipppunkt bewusst zu machen. Die Sehnsucht des Teufels nach Anerkennung, die sich nicht durch Andere erlösen lässt, sondern in der Selbst-Begegnung findet und öffnet. So bewirkt das Sehnen des Suchenden eine völlig neue Empfindsamkeit des Befreiten und ein Denken, dass kein Nachdenken mehr ist, sondern vielmehr aus Freude am Finden und Schenken und Schaffen aus dem eigenen Zentrum heraus.

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Wer mit einem versöhnlichen Blick auf die Weltgeschehnisse schaut, der freut sich über die Spaltung Gesellschaft. Und der Ausschluss aus einer gewohnten und gewöhnlichen Gesellschaft ermöglicht das Bewusstsein für eine Gemeinschaft, die im eigenen Bewusstsein wurzelt. Dort ist ein Ort wirklicher Begegnungen. Darum bereichern die Qualitäten der Spaltung, der Teilheit und Trennung das Ganze, ohne ihr Abbruch zu tun, so wie ich selbst ein unteilbarer, ganzer Teil des Ganzen bin.

Wenn so gesehen dann eine ganze Gesellschaft zusammenbricht, ist das was zum Freuen. Es ist der Schluss, der Abschluss und die Basis für was Neues, was ganz Neues. Darum ist es auch etwas "überaus glückliches" ausgeschlossen zu werden, weil es ein Glück ist sich nun seinem inneren Licht widmen zu können. "Überaus glücklich", so in etwa kann man das Wort "selig" übersetzen.

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So halte ich mich natürlicherweise nicht mehr an vorgegebene Gesetze. Das geht nicht, weil es ja in mir ist. Ich bin selber das Gesetz, es wirkt durch mich, vollkommen ausgewogen.

Und Freiheitsrechte sind dann ganz natürlich. Werden sie von irgendeiner Regierung verabschiedet, wären sie ja spätestens dann auch verabschiedet und gar nicht mehr da. Für mich ist es einfach so: „Ich bin frei, so richtig frei.“ Fertig!

Selbstverantwortung hat für mich darum nichts mit anderen zu tun, nichts mit Sollen und Haben, nichts mit Kaufen und Verkaufen, sondern schlicht mit mir selbst, mit meiner ganzen Freude und meinem stillen Lied, den Worten, die ich singen kann, weil ich ihnen so gerne lausche in mir.

 

Und damit stehe ich fest auf dem Boden der Tatsachen. Denn „Tat“, das ist „Das“, im Niederrheinischen „Dat“, sprich das Ganze, im Französischen „tout“, im spanischen „todo“, also auch der Tod, als das Ende des Überlebens, und der Anfang einer vollkommen neuen Lebendigkeit, einer Neugeburt, einer Zweiten, deren Zeugung ich in mir begleite. Denn „ta“, das Bruchstück der arischen Sprache, wie es Rudolf John Gorsleben entdeckte, ist die „innere Zeugung“ mit dem Fruchtsamen, die Zeugung eines Neuwerks, so wie es klingt in den Worten „Ta-g“ und „Ta-t“ - oder „Gol-go-ta“.

So falte ich meine Hände, wie eine kleine Knospe, kuscheln mich ein in mich und bin froh über meinen Weg. Und ich breite meine Arme aus und flüstere mir zu, „alles ist gut“, ganz leise, „so wie es ist, ist es gut."

Alles ist gut Ein kleines Lied zum Text
    1:35 Minuten
   

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