Über die Bewegung einer Wurzel im Gras


 


 

Vor zwei Jahren ging ich bei einer kleinen Demonstration von „Fridays for Future“ im Nachbardorf mit. Es war ein sonniger Nachmittag Freitags im Frühherbst. Ein paar Mädchen standen um eine fahrbare Lautsprecherbox und probierten ein Mikrofon aus, eine von ihnen sagte: „1, 2, 3.“ Etwa 40 Leute waren da, Kinder und Jugendliche und Erwachsene.

 

Jemand erzählte, dass „Fridays for Future“ eine Grassrootsbewegung ist, also eine Graswurzelbewegung.
Mir fielen die Wurzeln von Gräsern ein, bei manchen Arten, wie jenen im Garten oder Park, oft nur ein Faden, dünn wie ihr Halm, leicht auszurupfen. Doch Gras ist ein Pflänzchen, das meist im Verbund wächst, dann verknuddeln sich die Wurzeln zu einem Geflecht. So ist es dann, wie ein weiches Kissen ist, über das ich bloßfüßig spaziere, in dem ich ein Nickerchen machen kann.
So kamen mir meine eigenen Wurzeln in den Sinn, ein unsichtbares Werk, das sich in mir selbst bewegt, wie kleine Sterne, deren Licht sich verbindet. So bin ich selbst ein Stern, mit zwei Armen, den Kopf hoch, wandelnd auf zwei Füßen auf der schönen Erde - wie das Pentagramm.

 

Die Wurzel des Wortes „Gras“, das Indogermanische „ghr“, bedeutet, wie das ähnlich klingende englische „grow“: Wachsen. Im „ghr“ steckt auch die Kraft, eine Aggression, wie das „ghrrrr, ghrrrr“, als Laut der Raubtiere, der Bestien, meines heiligen Zorns, wenn ich mein Kissen verkloppe oder in den Wind schreie; „ghr“ - eine Urkraft, die aufbricht, die wachsen macht und gleichsam wenn ein Wachstumsprozess zu Ende ist, Gewordenes zerbricht, um neues zu gebären und erwachsen zu lassen.
Beim Evangelisten Johannes steht in Kapitel 3,30: „Er muss wachsen, ich aber muss kleiner werden.“ Johannes meinte das mit Blick auf den Bräutigam der Braut und sich selbst, als den Freund des Bräutigams, der sich zurückzieht, weil er glücklich ist über die Hochzeit des Brautpaars. In diesem Sätzchen stecken viele interessante Infos.
Vor allem beschreibt diese kleine Szene eine innige Erfahrung, nämlich die Erfahrung einer Hochzeit, die für mich seit dem Jahr 2012 läuft, seit 9 Jahren also.
Der Freund des Bräutigams kann durchaus als das alte Bewusstsein gelesen werden, der Freund, der die Hochzeit vorbereitet hat und sich nun zurückzieht, mitsamt allem, was Geworden ist, sein Rückzug, zu dem er sich entscheidet, bedeutet auch, er wird automatisch kleiner. Es ist ein Bild, das versöhnlich stimmt, ja, im Grunde, mit allem Gewesenen, dessen Ausdruck sich manchmal in mir und in der Welt noch zeigen mag. Doch ich habe mich entschieden, ich habe ja gesagt.

 

So weisen all die endgültigen Scheidungen und Spaltungsprozesse, die sich derzeit betrachten und erleben lassen, allgemein auf den Beginn der Hochzeit von Mensch und Gott hin, ein inniges Fusionsfest, eine Hochzeit im Freien, vielleicht auf einer Wiese, unter einem uralten Baum, wurzelnd im Zentrum der Erde und des Himmels, ganz organisch. Sie bilden gleichsam die Basis für eine Neugeburt, die Zeugung, die ich selbst bezeuge, weil das All, all das, in mir passiert.

 

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Die Gruppe von Kindern und Erwachsenen traf sich auf einem Platz, in dessen Mitte ein großer Silberahorn steht, gleich vor dem Standesamt und einer Kirche, die nach Sinterklaas benannt ist, dem Sankt Nikolaus. Beide Gebäude sind mit weißem Putz versehen und gehen ineinander über.
Als Erstes und während der kleinen Runde durchs Dorf schrien die Leute folgende 3 Sätze: „Wir sind jung! Wir sind laut! Weil ihr unsere Zukunft klaut!“
Dann begann die Demonstration und obschon ich kein Plakat hatte und die Sprüche, die viele riefen, nicht mitschrie, lief ich mit und lernte etwas über mich und das Menschsein kennen.

 

Ich bin jung, dachte ich, ja, und laut kann ich auch sein, bloß meine Zukunft, die kann niemand klauen. So ging ich mit den Menschen durchs Dorf und wunderte mich noch über andere Rufe.
Am Ende des Umzugs verteilte ein Mädchen Straßenkreide und ich malte eine Taube in der Größe eines einfachen Autos. Jetzt schrien die Leute nicht mehr. So malte ich mein Bild ganz außen auf den Marktplatz.

Dann fuhr ich mit meinem Fahrrad am Bach entlang, vorbei an den Weiden, der kleinen Marienkapelle mit der kleinen Orgel.
Als es auf meinem weiteren Heimweg zwischendurch zu regnen anfing, fiel mir die kleinwagengroße Taube ein, die ich auf's Pflaster gekritzelt hatte. Jetzt verschwindet sie, dachte ich. So freute ich mich über den Abend Zuhause und das Sätzchen der Graswurzelbewegung klang in mir nach als: Ich bin jung und ich beschau, wie sich alles in mir neu aufbaut!

 

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Wenn das Leben ewig ist, stetig wandelnd, ein Wandern und Vorübergehen und Neuaufbau, macht der Tod, als Ende des Lebens, keinen Sinn. Und wenn es den Tod, so betrachtet, gar nicht gibt, ist die Antwort auf die Frage nach dem ewigen Leben kurz, nämlich: Jetzt! Aus dieser Sicht macht die Idee für mich keinen Sinn, dass irgendwer irgendwem irgendwann die Zukunft könnte klauen. Für eine Bewusstseinsprägung, die ich selbst mit ausgebildet habe und meine Zeit, zumindest für ein Weilchen, aus den Händen geben musste, ist es wiederum logisch.

 

Somit ist der Tod, als das Ende einer äußeren Form, die ihre Grenzen hat, durchaus zeitlich begrenzt, das heißt jener Form, die ich gewohnt bin, wahrzunehmen. Über den Tod meditieren, seine Wirkmacht verinnerlichend, bis ins Kleinste, nicht bloß, als vollendete Tatsache, sondern als wesentlicher Teil eines Schöpfungsprinzips von Werden und Sein und Vergehen und Neu Werden bedeutet damit nicht, ins „Gras zu beißen“, ein beliebter Spruch der Soldatensprache für das Sterben in einer Schlacht, sondern dem Gras zu lauschen, dem Inneren, den Wurzeln im Gras, deren Zartheit und Kleinheit, auf die Wurzeln vom Baum des Lebens hinweist. Die bisherige Form zeigt sich hierbei etwa schlicht, als Wölkchen der äußeren Hülle, wie jene des Atoms, mit den sie bildenden „Elektronen“, also dem Ursprungswort für „elektronisch“. Das wissenschaftliche Atommodell, mit der Elektronenhülle und den positiv geladenen Protonen und den neutralen Neutronen ("trone", frz. für "Thron") lässt sich mathematisch-poetisch durchaus als Gleichnis lesen. Denn der Atomkern, steht im Lexikon, hat einen Durchmesser von etwa einem Zehn- bis Hunderttausendstel des gesamten Atomdurchmessers, enthält jedoch über 99,9 Prozent der Atommasse.
Eine Synchronizität hierzu etwa, 297, Zahlenwert von „Der Mensch - das Wesen der Realität“, das Thema des letzten Stammtisch. 729 wiederum ist die Summe aus 9 x 9 x 9; und wirkt auch als Verbindung zum Wirkfeld der „Raumzahlensequenz“ 1-8-9 , etwa mit der Zahl der Atommasse im Kern 99,9, als 9+9,9 = 18,9.

Die Hülle bestimmt, so heißt‘s im Lexikon weiter, die Größe des Atoms, und trägt prozentual mit etwa 0,06 Prozent zur Masse bei. Das Gewichtige, die Großartigkeit findet im Innerlichen statt, das vergleichsweise klein wirkt.
Somit ist auch klar, dass ein Massenbewusstsein im Grunde mein individuelles Bewusstsein über die Massewirkung meines eigenmächtig wirksamen Schöpferprinzips ist.

 

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Der Name „Fridays for Future“ spielt in diesem Zusammenhang mit seinem Zahlenwert mit dem Zeitgeist des 21. Jahres im 21. Jahrhundert. Bemerkenswert ist hier auch das Kürzel der Bewegung, mit FFF, also 666 (F, als 6. Buchstabe im Alphabet), so ergibt sich etwa folgende mathematische Betrachtungsweise:
 

FRIDAYS / 82       FOR / 39       FUTURE / 91

82 + 39 = 121       82 + 39 + 91 = 212
 

Mit obigen geröteten Zahlen findet sich, passend zum Abschluss des 9. Monat in diesem Jahr, ein deutlicher Hinweis auf die Potentialfolge des Heilungscodes 3-6-21, wie er sich mit dem Jahr 2021 als „Sieg des göttlichen Bewusstseins“ einspielt, nämlich so:
 

36 (9) – 666 (18/9) – 222111 (9)
 

Die Erkenntnis meiner Selbst durch das Leben geht hierbei über eine bloße Spiegelung, als Abbild alles bisher Gewordenen hinaus, insofern sie den Durchbruch des Spiegelbewusstseins selbst bewirkt und die Tür öffnet für ein Feld, in dem sich Gegensätze vereinen, ein Wachstum, das sich nicht mehr in der Kleinheit und Zartheit eines Grashalms oder Größe und Festigkeit eines Baumes darstellt, sondern auch durch die Erfahrung der Spaltung des Bewusstseins die Basis für eine Fusionskraft fundiert, deren unendliches Potenzial eine ungeheure Ressource ist, das im eigenen Wesen wuchert und wirkt, spürbar im Spin der Zelle selbst, das Wesen auf allen Ebenen erfrischend, spürbar im Sinne von Er Schöpft – Ich bin.

 

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Es gab ein Schild bei der Demonstration, erinnere ich mich, darauf stand „Es ist 5 nach 12“ und darunter war eine weinende Erde gemalt und ein Skelett. Ich kann die Jugendlichen verstehen. Ich hatte auch eine Phase, wo ich mit der Erde geweint hab oder wenn ein Baum gefällt wurde, doch je mehr ich mich mit der Erde beschäftigte, als Stern in diesem Universum, umso fröhlicher wurde ich und ich spürte das Lächeln der Schöpfung, klar und wahr, mit jedem Bild der Zerstörung, in dem etwas Neues sichtbar war, der Baum des Lebens, der sich nicht fällen lassen, sondern gemeinsam mit dem Baum der Erkenntnis selbst eine Art Türrahmen bilden für ein neues Selbst, eine neue Welt, die sich öffnet in mir selbst. Für sie gehe ich nicht in den Himmel. Sie steigt vom Himmel herab, mit jedem Einfall, als: Ich bin da.

Ein Sprichwort, wie jenes davon, dass es „5 vor 12“ ist oder „5 nach 12“ ist somit auch ein Ausdruck für ein Bewusstsein, das die 13 mit ihrer Wirkmacht womöglich noch als „böse“ brandmarkt. Diese egozentrische 13 bricht somit letztlich alles Gewordene auf, das heißt auch, sich selbst und führt damit, durchaus wie ein Tornado als Wilde 13 aus dem alten Uhrwerk ewiger Wiederholungsmuster.

Ich betrachte meine Hände. Mir kommt ein Uhrwerk in den Sinn, die beiden Zeiger für Stunden und Minuten.
So strecke und recke ich mich, in alle Richtungen, in die sich mein Körper im Auge des Sturms strecken mag, und erkenne mich selbst Mein Urwerk! Ich spüre das Klopfen meines Herzens, wie ein leises Ticken, bewegt vom Rhythmus des galaktischen Herzens, mit dem es sich neu gebiert.

 

Jetzt schlägt's 13!

Denn meine Zeit steht in meinen Händen!

Und es beginnt, nicht nochmal von Vorne, sondern vollkommen neu, auf einer neuen Ebene!

So wirkt der oben betrachtete Zahlenwert der 3 Worte mit seinen 21 Buchstaben des „Fridays for Future“, als 121 und 212, auch im kosmischen Wahlkampfgeschehen und jenem beim 4. Machtthematischen Stammtisch mit Ingrid besprochenen Aspekt, der sich über die Zahlenfolge 12 – 9 – 21 ausdrückt.

 

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In der Johannesoffenbarung wird die animalisch-biophysische Entwicklungsphase mit der Zahl 666 beschrieben. Es wird in Kapitel 13 auch als Malzeichen erwähnt, dass Menschen an Stirn und Händen tragen und somit in Verbindung mit dem Tier stehen.

Meine persönliche Erfahrung ist, dass ich in Zeiten des Wandels dieses Malzeichen für mich persönlich nicht ablehne. Ich meditiere darüber, ums zu verinnerlichen, als Malzeichen, sprich das mathematische Zeichen der Multiplizität, das macht-thematische Malzeichen meines eigenen göttlichen Bewusstseins, das eine völlig neue Realitätsgestaltung bewirkt und nicht mehr unbewusst abbildet, was bereits Geworden ist und zerfällt, und auch den Zerfall selbst entsprechend nicht fürchten brauch, sondern sich freuen kann darüber. Das Malzeichen und die Zahlen erinnern mich selbst an das, was werden will, im Jetzt und Hier, an das, was ist.

 

So klingt etwa auch die wahre Botschaft von Pandemie und Klimawandel, wie sie sich durch die Ontologische Mathematik ausdrückt, so informiert Ingrid Rasselenberg: „Achtet auf die Werktätigkeit eurer zerfallenden und sich neu zusammensetzenden Lebenssphäre. Hier entsteht ein völlig neues Herzzentrum (234-432) entstehen!“

Und so ergibt die Summe aus 234 und 432 ja auch die Zahl 666 mit ihrem Potential 222111. Und die Zahl 221445, mit der ich von der 666 in die 222111 komme, wirkt hier etwa als 221 + 445 = 666.

Es zeigt also, kurz gesagt, ich verinnerliche das Tier, als Bewusstseinsentwicklungsphase; den Höllenhund, den alten Drachen, das Krokodil, als König der Tiere, das etwa im 41. Kapitel des Buches Hiob so eindrucksvoll beschrieben ist.

 

So steige ich sozusagen hinab, runter vom Thron, und integriere eine Phase, die sich nicht so einfach überwinden lässt, wie ein Wind, der über eine Landschaft hinwegzieht. Sie wird auch nicht überwunden von mir. Doch ich gehe rein, rein in die Wunden, wie durch eine offene Tür, so öffne ich mich mir selbst, so öffnet sich mir eine ganz neue Welt, wundersam.

 

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Das Malzeichen der 666 trage ich, so gesehen, nicht bloß an Stirn und rechter Hand, sondern in mir, im Herzen, in jeder Zelle, allüberall. So hat es sich mit der Potenzialzahl 222111 und ihrer Quersumme 9 in diesem September ganz neu eingespielt, und macht entsprechend auch die 666, ebenfalls mit Quersumme 18/9 in ihrer individuellen Macht begreiflich, nicht mehr als Bestie, sondern als heiliges Tier – ein zutiefst versöhnender Prozess!

 

Das Malzeichen, ein Punkt aus der Ferne, der bei inniger Betrachtung zum X wird, als 24. Buchstabe im Alphabet, der auf die Neugeburt im Licht meines eigenen Sterns weist, der mit der Schöpfung in einer heiligen Gemeinschaft, die alle Farben kennt, leuchtet, eigenständig und verbunden, innig schwingend wirksam in allen Organen, mit allen, überall, zeitlos.

Die Zeit, die von vielen Menschen als „unsicher“ beschrieben wird, zeigt entsprechend auf den Verlust gewohnten Zeitempfindens. Weil die gewordene, alte Zeit schlüssigerweise und endlich keine Sicherheit mehr bietet. Sie ist jetzt lose, also zeitlos, wie das Urwerk, das ich bin.

Ich habe beobachtet, dass sich junge Leute, die für die „Fridays for Future“-Bewegung sprechen sich mit den Politikern eigentlich ziemlich gut verstehen, gerade weil sie vor der Wahl in Deutschland immer wieder betonten, wie wichtig es ist, seine Stimme abzugeben. So ist das demokratische System selbst eine Graswurzelbewegung, bei der ich selbst auch mal ein paar Jahre mitgelaufen bin und viele Farben angekreuzt habe. Ich glaube, wer sich seiner ureigenen Wurzeln bewusst wird, kann sich nicht mit einer Graswurzelbewegung identifizieren. Er ist nicht mehr und nicht weniger wert, er liebt die Natur des Wandels, des Klimas, und er spricht mit seiner eigenen Stimme und erzählt manchmal ein bisschen davon, was so passiert. That's it.

 

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Ich mache ein Picknick auf einer Wiese an der Maas, trinke ein Bier aus Belgien, ess ein Stückchen Brot und Salami. Ein paar Kühe sind da und gleich neben mir ein paar Koniks, Ponys mit ruhigem Gemüt und dunklem Aalstrich auf dem Rücken, wie bei Eseln.
Etwas im Sinne völliger Wirklichkeit, als wirklich, empfinden, heißt lieben, schreibt Valentin Tomberg über die 6. Tarotkarte des Liebenden. Liebe lässt aufwachen für die eigene Wirklichkeit, für die des Anderen und für die Welt.

 

Ein Mann schneidet Gras. „Dot“, fällt mir ein, das englische Wort für „Punkt“, ist rückwärts gelesen, Tod. Der Tod ist auch der Schnitter, wie auf der 13. Karte im Taro, dessen knöcherner Schädel durchaus auch ein inneres, leuchtendes Lächeln symbolisieren kann, die Freundlichkeit des Endes, wenn er seine Sense schwingt, das Skelett als Fundament für das Leben, gleichsam als Symbol für das Ende; Leben und Tod, der Baum des Lebens und jener der Erkenntnis, wie ein Türrahmen, der auf zwei Pfosten ruht, der Weg ins göttliche Reich, das sich im und durch und mit einem einzelnen Menschen in seiner Eigenart öffnet.


Gerade jetzt, im Herbst, wo Erntezeit ist, das Gras eingeholt wird. Dann trocknet es und es gibt frisches Heu, für ein Nest, für die Krippe, für die Neugeburt.

„Dead“, fällt mir das englische Wort für „Tod“ ein. Es klingt, wie „Dad“, das englische Wort für Vater. Der letzte Satz von Jesus am Kreuz war, laut Überlieferung: „Vater, in Deine Hände lege ich meinen Geist.“ Der Vater und ich sind eins.

 

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Es wird Abend, die Sonne, wie ein breites Lauffeuer, lodernd am Abendhimmel. Es sind die Farben des Herbstes. Bald geht sie unter und zieht weiter, um anderen auf der Erde den Rest des Tages klar zu machen. In ihrer Großartigkeit wirkt ihr kleiner, lichter Punkt, wie hingetupft am Himmel, und dieser Tupfen, gleichsam ein Strahl einer noch viel, viel größeren Sonne, eine innere Sonne, die alles hell macht, wie ein Tag auf der Erde, wie die Nacht. Ich spür's in mir, das feste Licht in der finsteren Weite des Alls, meine Hülle in Fülle.

 

So lieg ich auf der Wiese, im Gras, das grün ist, wie das riesige Krokodil, die alte Bestie - das heilige Tier. Es ist ganz und wahr und wesentlich, das Unwesen. Ich ruhe auf ihm, wie auf einem weichen Kissen. Das Licht der Sonne in den Augen.

Die Bestie ist ganz ruhig. Sie wandelt sich, wie das Klima, so wandelt alles sich in meiner Welt.
Ich setze mich auf, streichle mit meinen Händen über das Gras. Ein paar Halme rupfe ich aus.

 

Dann bin ich still und beschau, wie sich alles neu aufbaut.

Alles ist da, in mir, jetzt und hier!