Delta und das Glück

einer Schwalbe im Sommer

Ein paar hundert Meter von meinem Zuhause liegt eine Lichtung am Rande eines Wäldchens. Alte Eichen und Kiefern wachsen drumherum. Leute im Dorf nennen den Ort „d’r dicke Herrjott“.
Ab April trudeln die ersten Schwalben von ihren Zugstrecken aus dem Süden ein. Viele sitzen auf Kabeln, die eine Pferdekoppel unweit der Stelle umzäunen. Strom, der im Sekundentakt durch den Elektrozaun pulst, macht den kleinen Vögeln überhaupt nichts. Sie bewegen ihre kleinen Köpfchen, sitzen ruhig da und halten ihren artgerechten Individualabstand.

Im Frühling und Sommer gehe ich manchmal zur Lichtung und schaue den Schwalben beim Fliegen zu. Flink und wendig, wie Delfine im Meer, gleiten sie knapp über dem Boden zwischen den Bäumen dahin, auf der Jagd nach kleinen Mücken und Insekten. Dabei sausen manche so dicht an mir vorbei, dass ich nicht bloß den Windzug ihrer Flügel im Gesicht spüre. Ihre Stimme ist ganz nah, ein mildes Wispern, ein lustiges Schnalzen, das mich einmal mehr an die Tümmler und deren hochfrequentes Tönen unter Wasser erinnert.
Wenn ich eine Schwalbe so rufen höre, als flüstere sie mir was ins Ohr, kriege ich Gänsehaut und freue mich. Es ist eine Sprache, die auf eine ganz andere Weise verständlich und sinnvoll ist, keine Meinung zu irgendwas, kein aufgeschnapptes Wissen, keine Nachricht aus irgendeinem Weltgewimmel, bloß eine Sprache, die da ist, die wesentlich in der Welt klingt, in mir, ohne ein Wort, und doch eins, längst ausgesprochen, immer wieder, und neu, ganz lebendig, wie im Vorbeifliegen, da, still.

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An einem heißen Tag in diesem Sommer, ich kam gerade vom „dicken Herrjott“ und den Schwalben, erreichte mich die Nachricht einer Bekannten, ob ich eine Meinung zum Thema „Impfen“ hätte und ob ich dafür oder dagegen sei.

Zwei Worte kamen mir auf, als Antwort:

 

- Meine Meinung?

- Meine Einung!

 

So betrachtete ich das Wort mit seiner Wirkmacht. „Impfen“: spreche ich’s laut aus, klingt es, als probierte ich aus einer leeren Ketchupflasche noch was rauszudrücken.
Mehr fiel mir erstmal nicht ein. Mir fiel nur einmal mehr auf, wie anders Dinge sich begreifen lassen, um ehrlich zu sein, vollkommen anders, nämlich als das komplette Gegenteil von dem, wie sich die Dinge im Außen zeigen oder wie ich sie früher manchmal verstanden habe. Jetzt gibt’s da eine Wende um 180°, ein spektakulärer Umzug, um ehrlich zu sein, mit jedem Winkel, auf allen Ebenen meines Wesens und in allen Aspekten meines Seins, ein universelles Ereignis, der große Wandel, gewaltig und schön, und ich bin ein Teil davon, das Universum ist in mir, ich wandle mich, jetzt und hier.

 

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Bildet die Stimme der Schwalbe keine Worte, keine Meinung, erinnert mich ihr Rufen an mich selbst, ganz wesentlich, als Wort des Göttlichen Selbst, das, wie es in der Einleitung beim Evangelisten Johannes heißt, Fleisch wird, mit Blut und Bauch, Herz und Hirn, Lust und Lallen, Speck und Spucke, mit allem, was dazu gehört, sprich: Meine Einung mit jenem „wunderbaren Ursprung“ in mir; der Ursprung der Wörter selbst, über den Jacob Grimm, Sprachforscher und Märchensammler, am 20. April 1815 in einem Brief an Carl von Savigny etwa schrieb:

„ … je weiter ich in diesem Studium fortgehe, desto klärer wird mir der Grundsatz: daß kein einziges Wort oder Wörtchen bloß eine Ableitung haben, im Gegenteil, jedes hat eine unendliche und unerschöpfliche. Alle Wörter scheinen mir gespaltene und sich spaltende Strahlen eines wunderbaren Ursprungs, daher die Etymologie nichts tun kann, als einzelne Leitungen, Richtungen und Ketten aufzufinden und nachzuweisen, soviel sie vermag. Fertig wird das Wort nicht damit.“

 

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Folgen wir einer etymologischen (von griechisch „etymos“, für „wahr“) Wurzel des Wortes „Impfen“, entdecken wir darin eine Blüte des Lateinischen Wortstamms „impetus“, das heißt „veredeln". Im Allgemeinen wird heute darunter die Vakzination (von lateinisch „vacca“, für „Kuh“) mit einem Impfstoff verstanden, meist durch Injektion; ein Stoff in einer Spritze, als ein in Laboren und Fabriken hergestelltes Präparat, um das Immunsystem anzuregen, damit es spezifische Antikörper gegen einen Erreger bildet.
Ich nehme diese Art von Verständnis zur Kenntnis, ebenso wie die Entscheidung von Menschen, die diesem folgen, aus welchen Gründen auch immer.

Gleichsam sehe ich für mich klar: Mein göttliches Bewusstsein ist der einzige Erreger, der mich wesentlich erregen kann und der mich wesentlich bewegt, auch mein Immunsystem, jede einzelne Zelle, meinen Herzschlag, jede Faser meines Seins. Selbst wenn ich Kühe mag und mich immer wieder mal gerne anregen lasse. Bloß gegen das, was ich unter einem Erreger verstehe, Antikörper zu bilden mit irgendeinem Stoff, dessen Namen allesamt klingen, wie eine Computersoftware, kommt mir nicht in den Sinn und nicht mehr ins Haus. Ich bin ein menschliches, göttliches Wesen in meinem eigenen Seelenraum mit der kompletten Bandbreite an Gefühlen, ein selbstständiges Netzwerk der Liebe und Macht, ich selbst, ständig, kein Computer und keine Maschine, nicht mal eine mit Solarzellen betriebene. Meine Zellen stellen sich ja gerade um auf Solarbetrieb durch meine innere Sonne. So bin ich in der Welt und wachse.

 

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Das Wort „Erreger“ ist mit dem Verb „regieren“ verwandt, das heißt für mich einmal mehr: Ich selbst bin Herrscher und Herrscherin meines eigenen Reichs, Tag und Nacht. Und die einzige Regierung, der ich meine Stimme geben kann, bin ich selbst, weil ich nur für mich selbst sprechen kann, selbstverständlich. In mir sind alle Farben, keine mehr, keine weniger, schwarz, rot, gold, violett, pink, weiß, grün, braun, grau, alle, auch die, die noch keine Namen haben. Da gibt’s kein Wahlkampf, nur ein Schöpfen aus der Fülle.
Für mein Selbst- und Weltbild empfind ich‘s als wirkungslos gegen einen Erreger, so wie ich‘s begreife, zu wirken, mit was auch immer. Gleichwohl verlangt es Durchhaltevermögen und Geduld und Selbstliebe pur, den eigenen Weg zu gehen, bei jedem Schritt. Es wird einem nichts geschenkt. Man ist selbst das Geschenk und packt sich von innen her aus.

Eine Lebensart, die aus einer stillen Freude heraus wirkt. Sie ist die Substanz und pures Heil-Sein mit mir und schön in diesen herausfordernden und hochdynamischen Übergangszeiten, die schmerzhaft zuweilen sein können.

Klar, ich kann derzeit in kein Restaurant, in keinen Markt, in kein Schwimmbad, ohne etwas zu tun und zu sein, was ich nicht möchte und nicht bin, nicht mehr. Darum bin ich draußen. Ich bin raus!
Klar ist für mich damit: Die Grenzen des Liebesraums, der ich bin, sind klipp und klar, ich bin mein eigenes Maß der Dinge, achtsam und voller Respekt. Und nichts und niemand kann mich einschränken, keine Maßnahme, kein Gesetz mich steuern.
Es ist, wie mit den Schwalben, wenn sie mal auf dem Elektrozaun hocken, denen die sekündlichen Stromstöße überhaupt nichts machen, weil sie drüberstehen; mehr noch, weil sie so sind, wie sie sind, wirkt der Effekt des Elektrozauns bei ihnen nicht: Questa vita è bella!

 

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Es ist derzeit immer wieder zu betrachten, dass sich beim Thema „Impfen“ tatsächlich die Geister scheiden. Wir können sozusagen entscheiden uns von Außen die Kruste veredeln zu lassen. Das haben wir als Menschheit die vergangenen Jahrhunderte hindurch ja auch gemacht und sind‘s gewohnt. Da passt ein Vakzin ja, als Ausdruck für „von Kühen stammend“, Kühe sind die ewigen Wiederkäuer. In unserer animalischen Bewusstseinsprägung sind wir’s alle.
Nur jetzt ist es so, dass ich mich, als Mensch, vollkommen meiner Anima-Macht hingebe, der Führungskraft meiner Seele. Damit entscheide ich mich für den Durchbruch meines göttlichen Wesens, für ein „Schluss jetzt!“ mit dem Wiederkäuen, ohne zurückzusehen, und für ein „Los geht‘s“, um dieses edle Wesen, das ich bin, anzuerkennen und mich selbst ganz neu zu gebären auf diesem Planeten in einer Balkenspiralgalaxie, genannt: Milchstraße.

 

Das sprengt die Kruste mit all ihren äußerlichen Veredelungen von innen!

Das ist gewaltig!

Und es ist das erste Mal!

Ich würde mich persönlich darum im wahren Wortsinn als „Primat“ beschreiben, als durch und durch „primitiv“ sogar, sprich als „der, die, das Erste seiner Art“, um ehrlich zu sein.

Ja, ich bin ehrlich. Das heißt Ehre und Licht: Ich ehre mein Licht!

So klingt in diesen Tagen auch das Echo einer Frage, die sich vor 2000 Jahren ein römischer Präfekt in Jerusalem stellte, als er mit dem Thema der Wahrheit in Berührung kam, während einem Verhör, mitten in Jerusalem, unter freiem Himmel. Vielleicht sausten damals auch ein paar Schwalben ganz nah an den Köpfen der Menschen vorbei, die da waren. Hier, ein kleiner Ausschnitt dazu aus dem Johannesevangelium, Kapitel 18, Verse 36-38:

„Jesus sagte: Mein Königtum ist nicht von dieser Welt. Wenn es von dieser Welt wäre, würden meine Leute kämpfen, damit ich nicht ausgeliefert werde. Aber mein Königtum ist nicht von hier. „Also bist du doch ein König“, fragte Pontius Pilatus. Jesus antwortete: „Du sagst es, ich bin ein König. Ich bin dazu geboren und dazu in die Welt gekommen, dass ich für die Wahrheit Zeugnis ablege. Da fragte Pilatus: Was ist Wahrheit?“

 

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Das Eintauchen in die eigene Wahrheit kann manchmal eine schlaflose Nacht bereiten, zumindest erlebe ich es so. Dann erinnere ich mich an eine andere Geschichte, an das Märchen der „Prinzessin auf der Erbse“ von Hans Christian Andersen, oder „Die Erbsenprobe“, wie eine Variation bei den Brüdern Grimm heißt. Die Prinzessin konnte nämlich auch nicht schlafen in der Nacht vor ihrer Krönung, nur wegen ein paar kleiner Erbsen. Und so kann es ja eine Freude sein, auf diese Weise über das eigene Feingefühl informiert zu sein und die Wirksamkeit kleiner Dinge, wie Erbsen, die seit frühgermanischer Zeit auch ein Symbol für den Gewittergott Thor mit seiner urgermanischen, urkräftigen Power sind.

Und wie singt‘s der Kinderchor bei der Krönungsfeier der Prinzessin noch:

 

„Euer Haupt schmückt nun die Krone,
endlich sitzt Ihr auf dem Throne.
Lug und Trug wird es nicht geben,
frei von Angst werden wir leben.
Reichtum konnte Euch nicht blenden.
Eure Liebe wird nie enden.
Jeder weiß jetzt, es war richtig.
Eine Erbse war Euch wichtig.“

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Verinnerliche ich die fröhliche Botschaft der „Erbse“, wie im Märchen, erinnere ich mich so auch an mein Erbe, das mich im Kleinsten bis ins Größte erregt und hierbei die Genetik meiner Göttlichkeit aktiviert. So liege ich zum Beispiel auf meiner Couch, als meiner persönlichen Santa Maria, mit der ich mich aufmache ins offene Meer, in die Neue Welt – göttlich und mutig: gemütlich!

Den sicheren Hafen habe ich schon längst verlassen, treibe allem Liebgewonnenen davon, meine einzige Sicherheit auf hoher See, mein innerer Halt, mein Inhalt. Manchmal fährt mir ein Wind durch die Haare und wie gerade, während ich das hier aufschreibe auf meiner Couch, fliegt dann tatsächlich eine Schwalbe am Fenster vorbei und ich höre ihre Stimme.

 

Und ich fürchte mich nicht, denn ich bin bei mir.

 

Ahoi!

 

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Nun zum Delta: Der vierte Buchstabe des griechischen Alphabets, ein Dreieck, ist in diesem Sommer häufig in den Nachrichten.

Ein paar Beobachtungen hierzu: Der Zahlenwert des Wortes „Delta“ hat mit 42 übrigens denselben, wie „Maria“ und wirkt als Produkt aus 6x7 mit dem Zeitgeist des Sommers, als 6. und 7. Monat, dem Juni und Juli. Folgende Lesart ist auch ein Hinweis auf die Wirkmacht der 21 in diesem Jahr, die sich in all jenen, die es fühlen, als „Sieg des göttlichen Bewusstseins“ durchfeiert:

DEL/21 + TA/21 = 42

Teil dieses Fests ist durchaus auch eine körperlich immer wieder individuell spürbare Festigung des göttlichen Selbst im Körper, ein Druck, ohne gleichen, so feste liebt mich meine Seele, jedes Fitzelchen, und ich rufe: Ja, nimm mich!

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Das Delta, als Dreieckszeichen und als vierter Buchstabe des griechischen Alphabets, passt in die aktuelle Zeit, als 3+4 = 7. Monat, als Übergang der 3 in die 4, die sich für eine ausschließlich dreidimensionale Bewusstseinsprägung durchaus kritisch darstellt. Carl Gustav Jung verortete zwischen 3 und 4 die Krise. Denn hier erfolgt mit dem wirbelnden Rotationsprinzip der 3 der Übergang in die stoffliche Welt, ins Dichte, ins Feste. Sie ermöglicht im individuellen Selbstbewusstsein den „nächsthöheren Prozess göttlicher Selbstbewusstwerdung, mit gesteigerten Möglichkeiten“.

Auch die Zahl 42 weist auf diese Aspekte, etwa die 42 Kapitel des biblischen Buches Hiob, in dem Hiob ebenfalls allerlei Krisenzustände (vom griechisch „crisis“, für „Entscheidung“) erfährt, um schließlich in sich die Einheit des göttlichen Bewusstseins anzuerkennen, sogar, und das ist das Geschenk dieses Büchleins, die Erkenntnis einer Entwicklungsphase des Göttlichen in seiner eigenen Widerspruchsnatur.
Derlei Szenarien spielen gerade überall auf dem Planeten, und das gleichsam so individuell, wie ein Mensch selbst nur individuell sein kann. Das verlangt vom Einzelnen immer wieder eine Entscheidung, als schlichtes „Ja“ zu sich selbst und einer ungewohnten, eigenartigen, göttlichen Lebensart. So ist jeder, der dieses „Ja“ zu sich selbst sagt, ein wandelndes Impfangebot für eine andere Art, für die er nicht mal auf die Straße gehen brauch.

Delta ist eine Vierte Welle, die nicht aufzuhalten ist. Egal, wie‘s sich im Außen den Sommer und Herbst über darstellen mag. Delta ist Ausdruck dafür, dass wir keine Sorge haben brauchen, dass wir vollkommen versorgt sind, gerade in Zeiten, die herausfordern.

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Übrigens las ich, dass die sogenannte Delta-Variante, fachterminologisch auch B 1617-Variante genannt wird. Auch hier ist erkennbar, wie sich der universelle Zeitgeist durch die 42 ausdrückt. Denn auch diese Bezeichnung spielt im oben erwähnten Feld, als 1x6x1x7 = 42. Und mit Blick auf den Zahlencode der Ontologischen Mathematikerinnen ist auch die Summe aus 1+6+1+7 = 15 interessant, weil die 15 mit ihrer erkenntnisreichen Energie der Lebendigkeit aus der 6 in die 21 führt. Hierzu ein Zitat aus dem Buch von Ingrid Rasselenberg: „Ich bin einfach göttlich“, S. 405f: „2 x 21 = 42: Nach der konkreten Wirklichung hat sich die Zeit erfüllt (6 => Potential 21). Die Verdopplung von 21 bewirkt religio, die Rückbindung zum ursprünglichen Beweggrund jeder Schöpfung, zur substanziellen Liebe und Weisheit der 2.“ Auch zwei Videos zum Zahlencode 3-6-21 können Interessierten zur Vertiefung in die Thematik der Wirkmacht dieser Zahlenreihe dienen: https://www.youtube.com/watch?v=0pxw7vpYzxE&t=2s und https://www.youtube.com/watch?v=-P5EH3vCsPE

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Aus dem Daleth leitet sich auch die Bedeutung des Dreieckszeichen, als offene Zelt- oder Haustüre ab, ein Eingang also, rein in etwas Neues, raus aus dem Alten.

Und aus geographischer Sicht sieht sich ein Seemann, der auf einem mächtigen Strom auf ein Delta zufährt damit konfrontiert, welchen Arm er wählt, um ins Meer zu gelangen, das Ziel seiner Reise ist klar, das Meer. Mit dem Fernglas schafft er sich einen Überblick.

„Ahoi“, ruft der Seemann mit seinem wilden Bart in den Wind, „Neue Fährte! Neues Land“. Es ruckelt und schaukelt heftig. Mit offenen Augen erkennt er die Gabelung des Flusses. Dann lässt er das Ruder los, sein Schiff ist solide, das weiß er, gleichsam ist er achtsam. Er weiß um die Gewalten der Natur und die kosmischen Winde in seinem Rücken und das, komme, was wolle, für alles gesorgt ist.

„Ich fürchte mich nicht! Denn ich bin bei mir“, sagt der Seemann. Er liebt das Wasser und er liebt die Felsen der Erde, er liebt die Strömung der Flüsse und die See mit all ihren Launen. Er liebt die Lebendigkeit der Wildnis, der er sich hingibt, wie einem klaren Morgen auf ruhiger See. Er weiß, dass alles sich von selbst entscheidet. Der Fluss, jede Welle, das ist sein Leben.

Eine kleine Schwalbe landet auf der Reling neben ihm und neigt ihren kleinen Kopf in seine Richtung. Sie kennen sich. Sie gehören zusammen, der Seemann und die Schwalbe. Und der Seemann weiß, dass seine kleine Freundin alles von oben in Ruhe betrachtet hat. Er weiß, sie erkennt sich von hoch oben selbst dort unten im Delta, wie‘s sich aus dem einen Fluss weit aufspannt, gleich ihrer Schwingen im Flug. Die kleine Schwalbe erkennt es als ihr Werk, dass Delta dort unten mit all seiner Lebendigkeit. Als wär's ihr eigener Schatten. Der Fluss mit seinen beiden Armen, ihre Flügel! Das Meer, die ewige Quelle in ihr, aus der alles Leben kommt; die Alleinigkeit, die alles eint!

Ja, grummelt der Seemann in seinen Bart, ich hab einen Vogel,

das haben ihm auch Andere schon bestätigt,

meine Schwalbe, denkt er, so klein und so groß.

Er weiß um ihre Freude und das Glück, er fühlt es selbst,
so wie er die Flüsse und das Meer in sich selbst fühlt.

Das Schiff schaukelt im Wasser, die Beiden schauen sich an.

Ahoi! Ich und Du, wir sind eins!

Herzlich Willkommen, Herzenswille mein!

Meine Flügel! Die Weite! Mein erstes Mal!

Heilige Mater! Heilige Materie! Heimat!

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